Kurzgefasste Vereinsgeschichte


Am 10. März 1897 fand im Nebenlokal der Restauration "Zur Centralwerkstätte" (jetzt Landgerichtsstraße 20) in Weiden die Gründungsversammlung für den "Männer-Athleten-Club-Weiden" statt. Das Motto lautete 1897: "Die Herzen warm - kräftig der Arm!“ Alle Gründungsmitglieder des Athletenclubs waren Arbeiter der "Königlichen Centralwerkstätte". Erster Vorstand war der Schlosser Heinrich Schleßinger, der jedoch noch im Gründungsjahr von dem Schlosser Johann Hammer abgelöst wurde. Ihm folgte im Jahre 1902 der Schlosser Ludwig Ruß.

Kurz nach der Gründung des Männer-Athleten-Clubs kam es zu Uneinigkeiten. Die Folge davon waren Neugründungen von Athletik-Sportvereinen. Am 20. Oktober 1901 wurde im Gasthaus zur Waldnaab der Athletenclub "Attila" gegründet. Erster Vorstand war Wilhelm Fritz. Später übernahm die Vereinsführung der Maurer Michael Striegl. Im Gasthaus "Aquarium" wurde am 5. April 1902 der Ring- und Stemmklub "Herkules" gegründet. Erster Vorstand war der Hafnermeister Hans Beimler. Schließlich gab es noch einen Stemmklub Pfeil. Einigkeit konnte erst wieder im März des Jahres 1910 hergestellt werden. Unter Aufgabe der alten Vereinsnamen schlossen sich alle Weidner Athletiksportvereine zur "Sportvereinigung Olympia Weiden" zusammen. Die Vorstandschaft übernahm der Zigarrenhändler Bayerschotter.

Das erste Großereignis, das von den Kraftsportlern veranstaltet wurde, waren die 6. Bayerischen Meisterschaften im Ringen und Gewichtheben, die am 16. und 17. April 1911 im großen Saal des Hotels Anker über die Bühne gingen. Die Athleten kämpften um einen vom Prinzregenten Luitpold gestifteten Ehrenpreis von 300 Mark, den schließlich Josef Lehner aus Regensburg errang. Zum ersten Mal wurde mit Ignatz Wittmann im Stemmen des Leichtgewichts ein Weidener bayerischer Meister.

Im Jahre 1919 schloss sich die Sportvereinigung Olympia dem Turnerbund Weiden 1861 e.V. als Unterverein an. Den Wechsel ins bürgerliche Lager wollten nicht alle Mitglieder der Sportvereinigung mit vollziehen. Deshalb kam es im Dezember 1919 im Nebenzimmer der Brauerei Georg Leipold in der Frauenrichter Straße zur Gründung des Sport-Clubs Armin. Erster Vorstand war Ignatz Wittmann. Das Motto des Vereins lautete: Kunstvoll-Kraftvoll- Kernig-Kühn. Der Sportklub Armin war in den 20er-Jahren im Gewichtheben führend, während die Sportvereinigung Olympia mit Erfolgen im Ringen glänzte. Im Jahre 1936 schlossen sich beide Vereine wieder zusammen.

Die Kraftsportler entwickelten sich zwischen den beiden Weltkriegen zum sportlichen Aushängeschild von Weiden. Betrieben wurden die Sportarten Ringen, Gewichtheben, Boxen, Rasenkraftsport (Hammerwerfen, Gewichtwerfen und Steinstoßen) und Kunstkraftsport (Amateur-Artistik). Olympianer wurden regelmäßig Bayerische Meister im Ringen und Gewichtheben.

Zu den herausragenden sportlichen Erfolgen zählt die erste Deutsche Meisterschaft in der Geschichte des Weidner Sports durch Karl Reil. Mit einer Weite von 40,25 Metern wurde er im Jahre 1933 Deutscher Meister (Leichtgewichtsklasse im Hammerwerfen). Weitere Deutsche Meister waren Georg Zrenner im Gewichtwerfen, Karl Heinrich im Steinstoßen (1951), Hans Stampe im Gewichtwerfen (1952). Den deutschen Vizemeistertitel im Kunstkraftsport erreichten im Jahre 1936 die Artisten Georg Rößler und Josef Seidl.

Erwähnenswert ist unter den Mannschaftsleistungen der 1. Platz in der Ringer-Oberliga (der damals höchsten Klasse) im Jahre 1927 durch die Mannschaft Müller, Heinrich, Scharnagl, Liebwein, Willi Albert, Lippert und Hans Albert.

Die Vereinsgeschichte verzeichnet sogar mit dem 1930 in die USA ausgewanderten Willi Albert einen nordamerikanischen Meister des Jahres 1931 im Freistilringen. Willy Albert stellte mit 162,5 Pfund auch einen USA-Rekord im Linksreißen auf.

Der 2. Weltkrieg setzte der Glanzzeit der Olympia ein Ende. Der Neuanfang nach dem zweiten Weltkrieg gestaltete sich schwierig. Den ruhmreichen Namen "Sportvereinigung Olympia Weiden" verloren Weidens Schwerathleten auf dubiose Weise, da sich die etwas früher lizenzierte Boxabteilung des Sportvereins Weiden, in der auch alte Mitglieder der Sportvereinigung Olympia zu finden waren, den Namen "Olympia" zugelegt hatte. Motor des Neuanfangs war Lorenz Rauch, der im Dezember 1945 die verbliebenen Schwerathleten zur Gründung der "Box- und Schwerathletikabteilung der Spielvereinigung Weiden" anregte und die Vereinsführung übernahm. Im November 1947 löste sich dieser Unterverein auf. Die Boxer blieben bei der Spielvereinigung Weiden. Die Schwerathleten gründeten am 13.11.1947 einen selbständigen Verein mit dem alten Namen "1. Athletenclub 1897 Weiden". Dieser Verein schloss sich im Juli 1949 erneut dem Turnerbund Weiden 1861 e.V. als Unterverein an. Die Verbindung mit dem Turnerbund dauerte bis zum 31.12.1976. Uneinigkeit über angeblich den Gewichthebern anzulastende Bauschäden im Glötznerstüberl und Streit um die Beitragsaufteilung führte zu einer Loslösung vom Turnerbund zum 1. Januar 1977. Der Athletenclub wurde als selbständiger Verein am 31. Januar 1977 in das Vereinsregister eingetragen.

Die letzten 25 Jahre waren durch eine Änderung des Sportangebots gekennzeichnet. Der Sportbetrieb verlagerte sich langsam auf das Gewichtheben und das Fitnesstraining. Die Ringerabteilung musste ihren Sportbetrieb anfangs der 80er Jahre einstellen. Dafür öffnete sich der "Männer-Athleten-Club" für Damen. Im September 1982 wurde eine Damenabteilung gegründet.

Mit Förderung der Stadt Weiden und des Oberbürgermeisters Hans Schröpf und unter erheblichem Aufwand an Eigenleistungen wurde im Jahre 1995 eine eigene Trainingsstätte im Neubau der Max-Reger-Schule eingerichtet, so dass nun ideale Bedingungen für das Leistungstraining bestehen.

Zur Vereinschronik wurde im Jahre 1997 die Broschüre „Hundert Jahre Kraftsport in Weiden“ (176 Seiten Text mit zahlreichen historischen Fotos) herausgegeben, die gegen einen Unkostenbeitrag von 5 EURO (inclusive Versandspesen) bestellt werden kann bei Helmut Wanninger, Siechenstraße 1, 92637 Weiden
oder per e-Mail: info@athletenclub-weiden.de.

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